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Die Atelier Serie

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Die Atelier-Serie

Schon im Jahre 1981 wurde der Bereich Unterhaltungselektronik aus dem seit 1967 zum Gillette-Konzern gehörenden Unternehmen ausgegliedert und von der Firma a/d/s übernommen. Die Produktion fand zunächst in denselben Produktionsstätten statt. Später wurden die Geräte teilweise als Auftragsproduktionen in Fernost hergestellt. Für das Design zeichneten aber weiterhin u.a. die Designer Dieter Rams und Peter Hartwein verantwortlich.

Prägend dabei waren die von Rams benutzen Begriffe "form follows function" sowie „weniger, aber besser“. Frei von jedem Verdacht der Beliebigkeit war es die Absicht der Designer, ein langlebiges Produkt zu schaffen, das sich durch eine moderne, zeitlose Form bei einfacher Bedienbarkeit auszeichnet.

Die Geräte wurden in schwarz und einem - für Unterhaltungselektronik ungewöhnlichen - kristallgrau produziert. Die Gehäuse sind flach, mit um 45° abgeschrägten Ecken. Blenden auf der Rückseite verdecken die Kabel. Selten benutzte Funktionen verbergen sich hinter klappbaren Panelen. Es gibt auch spezielle Geräteschränke.

Der modulare Aufbau sichert sowohl ästhetisch als auch technisch das Zusammenwirken der Komponenten. So haben alle Atelier-Bausteine (Ausnahme: Fernseher, VCR) einheitliche Rastermaße und sind so in vielfältiger Weise zu positionieren.

Diese Zusammengehörigkeit findet ihre Entsprechung auch in technischer Form. So bewirkt zum Beispiel das Einschalten des Fernsehers die Aktivierung des Verstärkers und die Tonwiedergabe über das HiFi-System. Alle Geräte der letzten Serien[1] lassen sich so vernetzen, dass sie mit nur einer Fernbedienung gesteuert werden können. Über einen Schieber der Fernbedienung wird das gewünschte Gerät gewählt. Dabei legen wechselnde Registerkarten die jeweils passende Tastenbeschriftungen und Funktionen frei. Die Registerkarten sind austauschbar und wurden jedem neuen Gerät beigefügt. So war die Ausbaubarkeit des Systems für die Zukunft vorgesehen. Die Auswahl ist zudem nicht nur geräte- sondern auch funktionsorientiert. So lässt sich zum Beispiel nach Wahl des CD-Spielers mit denselben Tasten das CD-Laufwerk steuern, die nach Auswahl von Kassettenrecorder oder Plattenspieler für diese zuständig sind.

Auch besitzen die Steuergeräte ab 1987 eine Schnittstelle zur vollständigen Steuerung zum Beispiel über einen Personalcomputer. Diese Möglichkeiten werden erst heute genutzt. So gibt es seit einiger Zeit entsprechende Steuerprogramme für den PC.

Die erfolgreiche Positionierung der Atelier-Geräte auf dem Markt war allerdings recht schwierig. Zum einen war die zugrundeliegende Philosophie ihrer Zeit voraus und daher nur einem begrenzten Teil der möglichen Kunden zugänglich, zum anderen waren die Geräte preislich in einer Region angesiedelt, welche die Absatzzahlen begrenzte. Die letzten Editionen wurden in Paketen von 10.000 DM, 7.000 DM, sowie 5.000 DM angeboten (Preis in schwarz ohne Lautsprecher, Fernseher bzw. Videorekorder oder Geräteschränke). Auch führte die Begrenzung der Gehäusemaße die damalige Technik an ihre Grenzen, so dass einige Geräte der Serie als reparaturanfälliger gelten als die vorher von Braun produzierten Serien. Heute sind diese Probleme bekannt und können von Fachleuten durch vergleichsweise kleine Umbauten beseitigt werden.

Das Ende der HiFi-Ära bei Braun wurde in einem Heft mit folgenden Worten begründet:

„Der Markt der Unterhaltungselektronik ist weltweit durch einen ruinösen Verdrängungswettbewerb geprägt. Besonders die japanischen Hersteller haben die Projektzyklen von HiFi-Bausteinen bedenklich verkürzt – Sie selbst wissen, daß Hersteller, die nicht spätestens alle 24 Monate eine Innovation oder wenigstens kosmetische Pseudoänderungen anbieten, schnell in den Verdacht der Veralterung geraten. Aus heutiger Sicht ist nicht zu erwarten, daß sich die Weltmarktsituation entspannen wird. Viel wahrscheinlicher ist eine Verschärfung des Wettbewerbes. Diese immer riskantere Entwicklung würde zum einen bedeuten, bestimmte Grundsätze der Braun-Design-Philosophie aufweichen zu müssen (zum Beispiel Ehrlichkeit, Langlebigkeit), zum anderen Finanzmittel einsetzen zu müssen, die in keinem Verhältnis zum Gesamtgeschäft der Braun AG stehen. Die historische Entscheidung fiel Ende Mai 1990. Braun wird diese Entwicklung nicht länger unterstützen. Braun HiFi wird Geschichte.“


Quelle:
Den Text haben wir mit freundlicher Genehmigung von
Herrn Gert Redlich, RDE GmbH Wiesbaden
http://www.hifimuseum.de/braun-hifi-geschichte-ii.html
veröffentlicht. Vielen Dank.
Bilder: Wikipedia 2010
(http://de.wikipedia.org/wiki/Braun_Atelier)

Diese wunderschöne und einmalige Anordnung der BRAUN Atelierserie haben wir aus der Internetseite www.radiodesign.de von Klaus Koetterheinrich entnommen. Die Seite wurde vor einiger Zeit leider ein Opfer von Hackern und Highjackern. Wir möchten mit diesem Bild an eiine einmalige Webseite erinnern, die sich mit ihrer Präzision, Genauigkeit und Vielseitigkeit um das Thema HiFi-Geräte der Firma BRAUN verdient gemacht hatte.
Wir bedanken uns recht herzlich.

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